Auszug aus der Chronik zum 75. jährigen Jubiläum im Jahr 1996

Originalausgabe erarbeitet bis 1995 von Werner Stefer für die Schützenbruderschaft

Obwohl die „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Wipperfeld 1921 e.V.“, die Rechtsnachfolgerin des „Schützen-Vereins Wipperfeld“ nur 75 Jahre alt ist, gestalten sich Aussagen zu ihrer Gründung als äußerst schwierig.

 

Belegt ist lediglich 1921 als Gründungsjahr des Schützenvereins.

Und das sogar gleich mehrfach. So z.B. aufgrund der übereinstimmenden Überlieferung. Belegt ist das Gründungsjahr aber auch aufgrund verschiedener Fahnennägel, welche die Fahnenstange der alten ersten Fahne zieren. Selbstverständlich wird das Gründungsjahr auch in den dann später angelegten Vereinsprotokollbüchern dokumentiert.In den Jahren 1927 und 1928 sind 50, 1929 60 und 1930 56 Vereinsmitglieder dokumentiert. Als Vereinslokal diente die Wirtschaft der Familie Brochhaus unterhalb der früheren alten Kirche. Der Verein gab sich den Namen „Schützenverein Wipperfeld 1921“. Er verfolgte folgenden Zweck: 1. den Schießsport zu pflegen, 2. die Kameradschaft zu pflegen, 3. bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen mitzuwirken zur Ehre Gottes und zum Wohle des Nächsten. Er verstand sich von Anfang an als christliche Bruderschaft!

 

Dann kam das Jahr 1922. Erstmalig wurde der König ausgeschossen. Dazu hatte man auf der Festweide des Gastwirtes Albert Hembach den Vogel auf einer 12 m hohen Stange befestigt. Es wurde mit schweren Karabinern geschossen - im Volksmund „Donnerbüchsen“ genannt - auf eine Entfernung von 50 m. Aufgrund der Gefährlichkeit der verwendeten Schusswaffen waren umfangreiche Absperrungen notwendig, so dass die Wege in der Schussrichtung bis nach Ommerborn gesperrt werden mussten. Erster Wipperfelder Schützenkönig wurde Wilhelm Baldsiefen, Ober-Schwarzen.

 

Im Jahre 1924 erst wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Die Anschaffung einer Fahne erst 3 Jahre nach Vereinsgründung ist logisch. Vorrangig waren dem Verein die Anschaffung des eigentlichen Handwerkszeugs wie Gewehr, Munition, Vogelstange, Böllerpulver usw. Die Fahne zeigt auf der Vorderseite neben dem Vereinsnamen „Schützen-Verein Wipperfeld“ mit der heute nicht nachvollziehbaren Jahreszahl 1922 bereits das Abbild des Hl. Sebastianus.

Auch im Rechnungsjahr 1931 war die Kassenführung einwandfrei. Für Betonarbeiten an seinem 1. Schießstand zahlte der Schützenverein an Leo Berghaus, Julsiefen 152,- Mark. Zahlreiche Arbeiter beteiligten sich ebenfalls daran. Der Schießstand wurde am „Schmitterweg“ hinter dem jetzigen Hause der Ehel. Heinz Lieth errichtet, also außerhalb der Dorfbebauung.

 

Was war 1936 los? Es wurde kein Schützenfest gefeiert. Es gab weder Preisschießen noch Feuerwerk. Es gab weder Umzüge noch Kinderbelustigung. Es gab auch kein Königsschießen, und keinen neuen König! Zu diesem Rechnungsjahr fehlen Eintragungen im Kassenbuch gänzlich. Auch dieser Umstand ist mit ein Beweis dafür, dass kein Königsvogelschießen stattfand. Wurde Kirmes ohne die Schützen gefeiert? Es gibt keine Erklärung oder Erinnerung, schade.

 

1937 war wieder ein „normales“ Schützenjahr. Es gab wieder ein „Preisschießen an den 2 Kirmestagen“. Es wurde wieder ein Schützenkönig ermittelt. Die Welt der Schützenbrüder war wieder in Ordnung. Oder? Es sollte das letzte Schützenfest vor dem zweiten Weltkrieg sein...

 

1938 fand schon kein Schützenfest mehr statt. Fast alle Schützenbrüder wurden zum Wehrdienst einberufen. Nicht alle kehrten zurück.

 

Erst im Frühjahr 1949 fassten sie wieder Fuß. Richard Bosbach berief die entscheidende Wiedergründungsversammlung im alten Vereinslokal Brochhaus am 22. Mai ein. Der Verein nennt sich nun offiziell „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Wipperfeld 1921“. 42 Anwesende traten der Bruderschaft bei. Vinzenz Stefer wurde zum 1. Brudermeister, Bernhard Berghaus zum 2. Brudermeister, Karlheinz Lang zum Schriftführer und Albert Schwick zum Kassierer gewählt. Die von diesem Vorstand geleistete Pionierarbeit war beachtlich. Er setzte die entscheidenden Weichen für die Zukunft! Bernhard Wasserfuhr wurde zum Hauptmann gewählt. Die Bruderschaft organisierte sich im „Zentralverband der deutschen historischen Schützenbruderschaften“.

 

Das Schützenjahr 1950 begann am 22. Januar mit einem karnevalistischen Abend. Da mittlerweile eine Reihe Jugendlicher Mitglieder sind u. damit gerechnet werden muss, dass sich weitere melden werden, wurde die Gründung einer Jungschützenabteilung in der Bruderschaft Wipperfeld vorgenommen. Mitglieder der Jungschützenabteilung müssen das 17. Lebensjahr vollendet haben und werden mit dem 21. Lebensjahr der Bruderschaft eingegliedert. Als Führer der Abteilung wurde Schützenbruder Ludwig Brochhaus einstimmig zum Leutnant gewählt. Herbert Borghardt wurde 1. Prinz der Bruder­schaft. Eine Luftbüchse wurde angeschafft, Ringscheiben und Kugelfang sollen noch gekauft werden. Ebenso Hüte, Federn und Uniformstücke für den Hauptmann und den Leutnant. Pfingsten fand erstmalig ein Preisschießen statt. Vorstand, Hauptmann, Leutnant und die drei Fahnenträger schafften sich weiße Röcke bei der Fa. Alfons Müller, Wipperfürth an. Diese wurden an Kragen, Revers und Ärmeln mit grüner Borde besetzt. Agnes Müller, verh. Uberberg und Gertrud Stefer erledigten diese Näharbeit, Beweis dafür, dass in einem intakten Dorf noch jeder mitmacht.

 

1951, das Protokollbuch weist leere Seiten auf.

 

1952 erhielt die Schützenkapelle ihre erste Schützentracht: grüne Schirmmütze, Jacke und Krawatte, sowie braune Hosen. Die Bruderschaft wies bereits 81 Alt- und 23 Jungschützen auf.

 

1953 wurde das Festzelt mit fremder Bewirtschaftung auf dem Grundstück Dr. Otte/Bilstein-Schmitz aufgebaut. Die Bruderschaft legte sich eine neue Königskette zu. Die alte wurde den Jungschützen überlassen. Jungschützen sollen nun bis 23 Jahren als solche geführt werden. Der Leutnant soll auch mit ihnen den Schießsport betreiben. Ein neuer Schießstand kam erstmals zur Sprache.

 

Am 22. Juni 1956 verstarb Richard Bosbach, Vereinsgründer und Ehrenbrudermeister. Die Pläne zum Bau des 2.Schießstandes nahmen konkrete Formen an, am 29. Januar wurde der Bau desselben beschlossen. Auf Anregung von Josef Breidenbach hatten zahl­reiche Schützen einen unterirdischen Schießstand in Radevormwald besichtigt. Da man sich nun auch für einen solchen Schießstand entschieden hatte, soll nun auch mit dem Bau desselben recht bald begonnen werden. Und zwar soll derselbe wie geplant an das neue Jugendheim gebaut werden. Ein Schießraum ist schon im Keller des Jugendheimes hierzu vorgesehen. 1962 ist bereits der Hembach‘sche Saal als Schießstätte belegt. Königin Gretchen stiftete ein Königinnen ­Diadem.

 

1958, erst- und bisher einmalig wird mit Josef Feldhoff ein Mitglied der Schützenkapelle Schützenkönig. Erstmalig wird im Protokollbuch die Nikolausfeier der Jungschützen erwähnt.

 

1959, die Jungschützen unter Führung von Hans Kaiser fassten den Entschluss, bei Festen schwarze Hose, weißes Hemd und grüne Krawatte zu tragen.


1960, „Sensation beim Schützenfest in Wipperfeld“, der Präses der Bruderschaft, Pfr. Rottländer wurde Schützenkönig. Unter der alten Dorflinde hatte sich zur Krönung eine unübersehbare Menschenmenge eingefunden. Brudermeister Hermann Hachenberg nahm die Krönung vor. Rottländer übertrug, um seine Pflichten als Seelsorger nachkommen zu können, die äußeren Aufgaben des Königs seinem Amtsvorgänger König Adolf Wipperfeld und seiner Gattin Maria.

 

1961, „Vierzig Jahre Schützenverein Wipperfeld“, die Bruderschaft feierte ein tolles Jubiläumsfest.

Bundesminister Lücke hatte die Schirmherrschaft übernommen. In bewegten Worten gab er in der Festansprache seiner Freude Ausdruck, mit der er die Schirmherrschaft über dieses echte und stimmungsvolle Dorffest übernommen habe; über die Gemeinsamkeit aller Bürger Wipperfelds, die prächtigen Darbietungen von Schützenkapelle und Kirchenchor, und über das Motto „Glaube, Sitte, Heimat“. Er übermittelte die Grüße des Bundeskanzlers. Ein besonderes Lob zollte der Minister dem Präses der Wipperfelder Schützen, Pfarrer Rottländer. Das segensreiche Wirken dieses echt bergischen Priesters sei sofort zu spüren, wenn man in das schöne Wipperfeld komme. Für die Königskette stiftete der Minister einen kunstvoll handgeschmiedeten Silberschild mit der Inschrift „Einigkeit, Recht, Freiheit“. Der Bau einer Schützenhalle wurde beschlossen. Prinzessin Margret stiftete ein Prinzessinnen­ Diadem.

 

1963, das jährlich stattfindende Theaterstück zum Winterfest wurde von einer Karnevalssitzung abgelöst, Hermann-Josef Bilstein, Grüterich war der herausragende Präsident. „Nach diesem glanzvollen Abend kann man der Schützenbruderschaft nur bescheinigen, dass sie es versteht, noch so zu feiern, wie es Tradition ist, nämlich echt, sauber und fröhlich“. Es wurde ein eigenes Zelt mit den Maßen 5 x 15 m auf einer zuvor gegossenen Betonplatte an den neuen Hembach‘schen Saal angebaut. Lorenz Schmitz, Ober-Schneppen, zog sich bei seinem aktiven Arbeitseinsatz für das Schützenfest einen Armbruch zu. Er konnte daher in diesem Jahr nicht mit feiern.

 

1968, erstmals fand aus Sicherheitsgründen das Feuerwerk „Am Birnbäumchen“ statt.

 

1970, Eintritt der Schießgruppe in den Deutschen Schützenbund. Der Eintritt war aus schießsportlichen Gründen unumgänglich.

 

1971 feierte die Schützenbruderschaft ihr Goldenes Schützen-und Volksfest. Das Fest begann am Freitagabend mit einem Festkommers im Saale Hembach. Ehrenbrudermeister Hermann Hachenberg konnte alle Bruderschaften des Bezirksverbandes Wipperfürth, sowie alle Ortsvereine begrüßen. Sie alle kamen zum Gratulieren.

Viele Schützen wurden geehrt. So auch Präses Pfr. Rottländer und der im Vorjahr gewählte Walter Wasserfuhr als neuer Brudermeister. Aber auch alle bisherigen Schützenkönige und ihre Königinnen waren geladen. Auch sie wurden besonders geehrt und beschenkt. Am Sonntag fand das Festhochamt im Freien statt. Generalpräses Hochw. K. Lambertz hielt die Festpredigt. Es schloss sich im Festzeit das Festkonzert an, zu dem zahlreiche Ehrengäste begrüßt werden konnten. So auch Schirmherr Bundesminister a.D. Paul Lücke, der allen noch von vor 10 Jahren in bester Erinnerung war, sowie Gemeindebürgermeister (!) Josef Braun und Amtsdirektor Willi Schumacher. Die neue Vereinsfahne wurde geweiht. Sie zeigt auf der einen Seite unsere Pfarrkirche und auf der anderen Seite das Schützenemblem und den Leitspruch „Glaube, Sitte, Heimat“.

 

1974 Die Bruderschaft wurde in das Vereinsregister eingetragen. Erstmals wurde das Gelände hinter der Kirche als Festplatz genutzt, die Gemeinde war bereit, 2 - 3 Wa­gen Schotter zur Verfügung zu stellen. Zum Vogelschießen wurde eine Vorrichtung gebaut, die den gesetzlichen Schutzbestimmungen entspricht. Das Amt des Vereinsadjutanten wird eingeführt.

 

1975 Die Königsstandarte, die bei Stuntebeck - Haus Napoleon - aufgestellt war, da König Robert Berghaus in Köln wohnte, wurde entwendet. Er stiftete gemeinsam mit dem Folgekönig Heinz Braun die neue Standarte. König Robert stiftete auch die von Martin Wasserfuhr, Buchholz fachmännisch angefertigte Schatztruhe für das Schützensilber.

 

1976 Die Bruderschaft übernahm den Ordnungsdienst in der Kirche am Weißen Sonntag. Erstmals wurde ein Schülerprinzenschießen ausgetragen, 1 .Schülerprinz wurde Ulrich Bosbach. Die Feuerwehr verrichtete erstmals am Festzelt einen Feuer-Wachdienst

 

1977 Der Luftgewehr-Schießstand im Saale Hembach stand nicht mehr zur Verfügung, der Saal wurde neu gestaltet. Man wich auf eine Halle der Fam. Berghaus in Julsiefen aus. Mehrere Ersatzlösungen wurden erörtert. Die Aufstellung einer Baracke als Schießhalle hinter der Bushaltestelle neben dem Friedhof wurde favorisiert, die Pläne von Vinzenz Braun bereits angefertigt und ein Pachtvertrag mit der Stadt unterzeichnet.

 

1978 Vom Kirchenvorstand wurde der Bruderschaft das Angebot gemacht, beim geplanten Anbau an´s Jugendheim mitzumachen und einen Schießstand einzuplanen. Am 29.10.1978 trafen sich erstmalig der geschäftsführende Vorstand der Bruderschaft, vertreten durch Walter Wasserfuhr, Manfred Heinrichs und Heinz Schmitz, sowie der Kirchenvorstand, vertreten durch Pastor Unger, Herman Niemand und Werner Stefer. Einziger Besprechungspunkt war der Anbau an‘s Jugendheim. Zig Gespräche, teilweise im kleineren, teilweise im größeren Kreis sollten folgen. Und keines war verzichtbar!


1979 Der Schießstand in Julsiefen musste wegen Eigennutzung geräumt werden. Als neuer Trainingsort, wiederum nur ein Provisorium, diente jetzt ein Kellerraum der Grundschule. Die Jungschützenabteilung, inzwischen 92 Mann stark, feierte ihr 30 jähriges Bestehen. Belegt als Gründungsjahr ist jedoch 1950. Das amtierende Königs- und Prinzenpaar, Dieter und Christa Röttgen, sowie Bernd Lamsfuß und Ute Nürnberg, stifteten die Jungschützenstandarte. Christa und Ute hatten sie kunstvoll gestickt.


1980 Zwischen Bruderschaft und Kath. Kirchengemeinde wurde der Mietvertrag für den Schießstand unterzeichnet. Erstmals fand am Freitag vor dem Schützenfest eine Diskothek im Festzelt statt. Am 13. Dezember war Baubeginn des Schießstandes. Die Schützenfrauen erklärten sich bereit für das Mittagessen der Arbeiter zu sorgen. Es wurde inzwischen liebgewonnene Tradition, dass die Jungschützen Kirmesmontag der „Gaststätte zur Dorflinde“, dem jetzigen „Lindenhof“ einen Besuch abstatten. Für die dortige Toilettenbenutzung wird eine „Pinkelsteuer“ von den Jungschützen erhoben, dessen Erlös sozialen Zwecken zur Verfügung gestellt wurde, seit zwei Jahren der Kinderkrebshilfe.

 

28.02.1982 Ein großer Tag für die Gemeinde. Die Jugendheimerweiterung wurde eingeweiht. Eine großartige Gemeinschaftsleistung war den Wipperfeldern geglückt, ein „Wipperfelder­Kirchenvorstand-Schützen-Musik-Pfarrgemeinde­Jugend-Patent-Urwerk“. Dank dem zähen Durchstehvermögen von dem „Antriebsrad“ Walter Wasserfuhr und der nimmer müde gewordenen „Unruh“, Hermann Niemand. Die Bruderschaft feierte das bisher größte Ereignis ihrer Vereinsgeschichte. Die Zeiten der Provisorien sind vorbei, der eigene neue Schießstand wurde am 7. März eingeweiht.

 

1988 Manfred Schumacher, König des Jahres 1987, war bereits Bezirkskönig geworden. Er nahm daher am Bundeskönigsschießen am 17./18. September in Langenfeld teil. Zunächst lief alles „normal“ ab. Manfred hatte seinen Schießtermin bereits samstags um 9 Uhr. Begleitet wurde er von Robby Nitsch. Manfred machte nach mittelguten Probeschüssen seine Serie von 3 Schuß. Er meinte, 2 wären ganz gut gewesen, der 3. ein wenig daneben. Anschließend sahen sie sich Langenfeld an, es war ja noch ein langer Tag. Am späten Nachmittag war gegen 17 Uhr die Bekanntgabe der Sieger aus den Wettbewerben angesagt. Dann ertönte es aus den Lautsprechern: „Neuer Bundeskönig ist Manfred Schumacher vom Bezirksverband Wipperfürth!“ Alle schauen sich erstaunt, ja fassungslos an. Dann der befreiende Aufschrei! Die Sensation war perfekt. Der Sonntag begann mit der Krönung das neuen Bundeskönigspaares. Unseres Bundeskönigspaares. Es folgte ein feierliches Pontifikalamt mit Bundespräses Max von Galiwitz.

 

17.9.1989 Bundesfest in Bonn. Die Amtszeit von Bundeskönigspaar Manfred + Ute endete. Sie haben ihre Sache gut gemacht, waren ein würdiges Bundeskönigspaar. Manfred Schumacher nahm jedoch noch als Bundeskönig am Europäischen Königsvogelschießen in Valkenburg, Holland teil. Manfred schoss nicht schlechter wie gewohnt, andere schossen besser.


8.01. 1990, Vorstandssitzung. Erstmals wurde die Überbauung des Aufenthaltsraumes am Schießstand als Lagerraum erwähnt, ein entsprechender Antrag bereits an die Kath. Kirchengemeinde gestellt. Erstmalig wurde auch wieder „echt“ wie in alten Zeiten geböllert. Alfons Schmitz wurde Böllermeister. Er erlangte nach einer entsprechenden Ausbildung und Prüfung die notwendige Genehmigung.

 

1991, Walter Wasserfuhr erklärte seinen Rücktritt als Brudermeister. Eine Ära ging zu Ende. Felix Felder sprach ihm den Dank für 21 Jahre aufopferungsvollen Einsatz für die Bruderschaft aus: „heute kann ich nicht die Worte finden für Dein Werk.“ Die Erweiterung des Proberaumes der Schützenkapelle war notwendig. Dadurch bietet sich der Bruderschaft die Gelegenheit darunter den dringend benötigten Lagerraum zu erhalten. Der ursprünglich dafür vorgesehene Raum über ihrem Aufenthaltsraum wird von der Kirche selbst für ihr Archiv, sowie für eine Heizungsanlage benötigt.

 

19.01.1992 Jahreshauptversammlung. Walter Wasserfuhr wurde zum Ehrenbrudermeister gewählt. Werner Stefer widmete Walter Wasserfuhr als Dank und Anerkennung eine in Zusammenarbeit mit Rudolf Hembach erstellte l09 seitige Ausarbeitung „Das Schützensilber der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Wipperfeld 1921 e.V.“ Die Übernahme der Tanzmusik zum Schützenfest durch eine ausländische Kapelle hat sich bewährt. Die „Fiedelen Steirer“ aus der Steiermark/Ostereich konnten verpflichtet werden. Luis, Gerhard, Hannes, Franz und Walter präsentierten auf über 20 Instrumenten, unterstützt durch moderne Ton- und Lichteffekte, ein sensationelles Musikspektrum!Bisher spielten sie 5 Jahre ununterbrochen in Wipperfeld, es etablierte sich bereits ein „Fan-Club der Fidelen Steirer“.

 

1993, Heinz Schmitz legte das 3. Protokollbuch der Bruderschaft (Altschützen) an. „Das alte Protokollbuch umfasst den Zeitraum von 1984 - 1992. Auf 291 Seiten sind 9 Jahre Vereinsgeschichte niedergeschrieben. Heinz Schmitz“. Anmerkung: Heinz führte das Protokollbuch bei­spielhaft! Die Schießgruppe wählte Theo Schmitz zum Ehrenschießmeister. Die Jungschützen hielten zur Osterliturgie zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Grabwache in der Pfarrkirche, Zitat Protokollbuch: „In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob die Grabwache bestehen bleiben kann.“ 8. Mai 1993, ein großer Tag für unsere Gemeinde. Willibert Pauels, ein Schützenbruder, wurde im Kölner Dom zum Diakon geweiht. Es erschien die 1. Ausgabe einer eigenen Vereins-Zeitung. Karl Kasokat verwirklichte diesen lang gehegten Wunsch der Bruderschaft.

 

1994, Willibert Pauels nahm erstmalig eine Königskrönung vor. Hans Josef Röttgen wurde zum Major befördert. Für die Jungschützen ist er jetzt nur noch ihr „Major Dad“. Die Bruderschaft beteiligte sich aktiv an der Gestaltung zum 100 jährigen Kirchenjubiläum. Weihbischof Dr. Klaus Dick sagte in seiner Festpredigt im Zusammenhang mit der Hinterfragung des Stellenwertes Gottes im Alltag: „Tradition pflegen heißt nicht Asche verwahren, sondern eine Flamme am brennen halten“. Dieser Ausspruch spielt auch im Schützenalltag eine bedeutende Rolle. Die Vereinsfahne wurde zur Feier des Tages, des Kirchweihjubiläums, von Johannes Kremer, Lorenz Kremer und Willi Broichhaus in der alten Tracht zum Kirchgang mitgeführt. Die Jungschützen überbrachten die Prinzenstandarte, Auszug Jungschützen-Protokollbuch: Als ihren Beitrag zum Kirchenjubiläum erbauten die Jungschützen im Dhünntal nahe der Boxberger Brücke einen Bilderstock. Die Bruderschaft besitzt zu dem Bilderstock eine 40 seitige Dokumentation „Der Bilderstock der Jungschützen im Dhünntal“ mit zahlreichen Fotos. Der Mietvertrag zwischen der Bruderschaft und der Kirchengemeinde wurde um die Nutzung des an den Schießstand angebauten Lagerraum ergänzt. Mit den Bauarbeiten desselben wurde begonnen. Klemens Braun war wieder einmal mehr unermüdlicher Motor. Die Bruderschaft leistete der Schützenkapelle bei der Erweiterung ihres Proberaumes „Schützenhilfe“.

 

1995 Es wurde klargestellt, dass nach der derzeitigen Regelung, begründet auf Tradition und Satzung, die Königsstandarte Wipperfeld nach dem „Heimatprinzip“ nicht verlassen darf. Statt der Runde Bier zur Jahreshauptversammlung stiftete König Karl zwei neue Banner am Ehrenmal. Das Thema „Frauen in der Bruderschaft“ ist ein Dauerbrenner. Im Vorstand divergieren dazu die Meinungen, ebenso in der Mitgliederversammlung. Das Präsidium des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurde angerufen. „Seitens des Bundes bestehen keine Einwände gegen die Aufnahme von weiblichen Mitgliedern in der Bruderschaft. Dabei ist zu beachten, dass es keine Mitgliedschaft 1. und 2. Klasse geben darf. D.h.: Die weiblichen Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten wie die männlichen.“ Januar 1996 Patronatsfest und Mitgliederversammlung. (Redaktionsschluss für die Chronik). Generationswechsel in der Vereinsführung: Jürgen Becker wurde zum 1. Brudermeister gewählt.

 

1996 wurde das 75. jährige Bestehen der Bruderschaft gefeiert. Es war ein großes Fest, alle Bruderschaften des Bezirks Wipperfürth und die Vertreter der Stadt sowie andere Ehrengäste waren gekommen und brachten Geschenke mit. Karl F. Kasokat hatte 100 Jubiläumsuhren mitgebracht und verkauft, der Erlös 1.955,79 DM war ein wesentlicher Anteil an der Beschaffung einer Auswertmaschine für die Schießgruppe. Ehrenpräses und König von 1960 Pfarrer Hermann Rottländer war verstorben.

 

2007 war das Jahr der erfolgreichen Schützen. Zum ersten Mal nahmen Wipperfelder Schützen an den Deutschen Meisterschaften im Deutschen Sportbund teil. Die Schützen Hans-Josef Röttgen, Karl F. Kasokat und Alfons Schmitz konnten sich in Dortmund mit der Mannschaft und der Einzelwertung im vorderen Drittel etablieren.

 

2008 Wir gratulieren unserm König Karl Heinz Bilstein zum Titel des Bezirkskönig im Bezirksverband Wipperfürth. Beim Schießen am 20. April in Frielingsdorf setzte er sich gegen seine Mitstreiter durch. Am Samstag wurde das Ergebnis beim Bezirksfest in Wipperfürth verkündet und unser Königspaar feierlich gekrönt und die Standarte an die Bruderschaft übergeben. Der Schießstand wurde mit einer neuen Vollelektronischen Schließanlage auf allen 10 Ständen ausgerüstet.